Wie machen Sie das?«, fragt Miles Davis in einem Club in Paris den frei improvisierenden jungen Pianisten Keith Jarrett. »Was?« – »Aus dem Nichts zu spielen.« – »Ich weiß nicht«, sagte der, »ich mach es einfach.«
Konrad Heidkamp in der ZEIT über Keith Jarrett anlässlich dessen sechzigstem Geburtstag. Besprochen wird auch das neue Album, Radiance. Hingewiesen sei auch auf eine Dokumentation, die morgen um 22: 30 auf ARTE laufen wird: Keith Jarrett - The Art Of Improvisation.
Zwei Beiträge zum gleichen Thema: nervt eigentlich. Dennoch der Soundtrack fürs Wochenende: unbedingt Spiller mit Sophie Ellis Baxtor (Groove Jet) sowie Michael Gray (The Weekend) ganz laut und lange hören.
Völlig wegbeamen tut mich ja klarerweise auch jetzt noch She Lives In My Lap. Mitsingen, mittanzen, mitfeiern, mitrocken. André-3000-Adoration-Shrine.

All I Know Is Tonight.
Plötzlich stehen neun Männer und eine Frau auf der Bühne. Der Schlagzeuger übernimmt das Spiel, dirigiert die anderen Musiker auf eine sehr subtile Art und Weise und führt unprätentiös durch den Abend. Geht richtig schön und schnell zur Sache, alles auf einmal, voll frontal und mit viel Licht. Der Sound der Band blendet bisweilen, so dicht wirkt er. Und das homogene Zusammenspiel der zehn, die natürlich allesamt Multi-Instrumentalisten sind. Mal Bass, dann wieder Trompete, dann vielleicht Keyboard. Unglaublich gut gefallen haben mir auch die Tuba und die Querflöte. Ein elektronisches Grundgerüst trug viele der Live noch einmal in ihrer Länge gedehnten Stücke.

Person.
#01: Der Typ neben mir, im Stadtgarten. Labert mich an, als mir die Menukarte herunterfällt. Sage zwei, drei unverbindliche Sätze und wende mich dann wieder der SPEX zu. Während des Kaffees bricht er mehrmals in lautes, schrilles Gelächter aus. Die Leute um uns herum beginnen, ihn anzustarren. Der Typ raucht und trinkt unentwegt, spricht mit sich selbst. Zieht dann irgendwann, als er es scheinbar nicht mehr aushalten kann, den Pull-Over über den Kopf und lacht in sich hinein.
#02: Die Frau in der S-Bahn, mit der roten Jacke. Sagt »Hallo«, »Ja«, »Nein«, »Tschüss«, zu sich selbst. Geht auf und ab, grüsst die Bettlerin mit angedeutetem Kopfnicken, ist dann plötzlich, als ich einsteige, verschwunden.
#03: Die Bettlerin, die mir, als ich ihr Geld gebe, sagt, dass sie dabei sei, etwas schreckliches zu verhindern. Dass sie dabei sei, ihr eigenes verrückt-werden zu verhindern. Dass sie dabei Unterstützung brauche. Sagt mir noch, dass mein Essen lecker aussehe und verabschiedet sich dann.
#04: Der schöne Mann am Tresen spricht mit seinem Gegenüber auf Englisch über Webseiten und deren Gestaltung. Einfachheit, keine zehn Schriftarten, Barrierefreiheit, diese Dinge. Nicht sonderlich aufschneiderisch, ein eher entstpanntes Gespräch. Sehe den dann vor dem Saal wieder und bemerke seinen starken, schönen Silberblick. Und wie er ganz merkwürdig spitzmündig raucht und Bier trinkt und vergessen hat, das reflektierende Klippband vom Hosenbein zu nehmen.
»Ätz-Fläschen«, anyone?
Was mich heute nervt: das nicht mehr Studenten in der S-Bahn Zeitung lesen und dabei fröhlich und gut gelaunt wirken. Dass zu viele Studenten unter ihren Kopfhörern unsexy und geradezu autistisch störrisch daherkommen. Und dass es in der Bahn immer mindestens eine Person gibt, die derart laut ihre Musik hört, dass die restlichen Insassen mithören können, ob sie nun wollen oder nicht.
Für mehr Konservierung.
Endstation.
Die halbe Stunde vor dem Film, im Café. F. und ich saßen an einem kleinen Tisch auf schwarzen, harten, bequemen, kleinen Holzstühel. Jogi-Tee und eine Tasse Cappuchino mit Amarettini, keine Zigaretten, leider. Haben dann über dies und das gesprochen. Meiner Begeisterung für dieses Kino und das Café Ausdruck verliehen. Im Hintergrund liefen Bossas, an einem anderen Tisch, in alten Sesseln, saßen zwei junge Männer und tranken Bier. Auf der Fensterbank, hinter der großen, hohen Glasscheibe neben uns, stand eine schöne, orangefarbene Blume in einer hellen Glasflasche. Mir dann natürlich gleich vorstellen müssen, wie wohl einer der drei Mitarbeiter jede Woche eine neue, ebenso schöne Blume von irgendwo mitbringt und diese dann gewissenhaft in die Glasflasche stellt. Überhaupt: Meine Vorstellungen.
Das Knarren des Zufalls.
Beschlossen, zu Wer Wird Millionär? zu gehen und dort die Million zu kassieren. Einfach so alle Fragen beantworten, weil, natürlich kann man das besser als die da, glaube ich mir mittlerweile schon, so oft habe ich das gedacht. Mit F. das Für und Wider eines dortigen Betrugs diskutiert. F. hatte den sehr guten Einfall, in dem Moment, in dem er, von mir als Gast mit in die Sendung genommen und von Jauch etwas belangloses, unverfängliches (wie Jauch überhaupt die Belanglosigkeit und Unverfänglichkeit in Persona zu sein scheint) gefragt, mit »JA« oder »JB« zu antworten. So gesprochen war das ein sehr amüsanter Einfall.
Opus Magnum: Massiv Attacks 100th Window.

Keine Zeit.
Nassgrün, feucht und erdig.
| Februar 2026 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| So. | Mo. | Di. | Mi. | Do. | Fr. | Sa. |
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
| 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 |
| 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 |
| 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 |
| August | ||||||


